Mein Name ist Markus Hoffmann. Ich bin selbst-erlernter Tätowierer und Arbeite seit 2014 offiziell im AK47-Saarbrücken. Nach meinem etwas längeren Weg durch den Wahnsinn der Schulzeit (und verschiedenste Schulabschlüsse von mittlerer Reife, zum Fachabitur bis hin zum finalen allgemeinen Abitur) bin ich als erstes bei der Polizei Saarland gelandet. Mit zwei wesentlichen Talenten – Sportlichkeit und künstlerisch/malerische Begabung – war die Auswahl an in Frage kommenden Berufen nach meiner Schulzeit relativ klar. „Mit Kunst Geld verdienen? Was ein Unsinn – dann lieber was Sicheres!“ … Rückblickend nicht meine beste Entscheidung, aber definitiv auch nicht meine Schlechteste. Ich bin noch heute über die Erfahrung und die Menschen die ich dort kennenlernen durfte dankbar. Doch mindestens genauso froh bin ich nun auch darüber, diesen Weg abgebrochen zu haben und in die Welt der … (Trommelwirbel) … Ingenieurstätigkeit gewechselt zu haben. Auch nicht unbedingt meine Erste Wahl – die wäre Architektur gewesen. Aber noch immer habe ich dran festgehalten: „Dann kann ich ja gleich Kunst studieren“. Aber zumindest habe ich mit zeitgleich meinen Plan gefasst tätowieren zumindest mal zu lernen. Und so habe ich dann simultan Bauingenieurwesen und das Tätowieren studiert und erlernt – zumindest für einige Jahre. Im April 2014 habe ich dann den finalen Absprung gewagt und mich zu 100% auf die Welt der Tätowierkunst eingelassen. Ich wollte mein Ding machen – und darüber bin ich ausgesprochen froh. Und damit sind wir hier; bei dem was ich heute bin: Euer treuer Tätowierer im AK47-Saarbrücken. 🙂
Wer schon einmal bei mir war, weiß: Ich liebe das nachdenken. Philosophie und Psychologie sind, so könnte man sagen, mein „Steckenpferd“. Und das versuche ich in meine Arbeit und meine Gespräche mit meinen Kunden ungehemmt einfließen zu lassen. Ich denke, dass Wert niemals wirklich durch „den Markt“, sondern durch das subjektive Bild des Individuums definiert wird. Allgemein erzeugt die Verknappung von Gütern empfundenen Wert. Gibt es nur noch einen Liter Wasser auf der Welt kann man ziemlich sicher sein, dass er für seine Bewohner einen endlosen Wert erhält – er wird gebraucht und ist selten. Doch Kunst, Bilder bzw. Tattoos sind das nicht wirklich. Natürlich sind es „Einzelstücke“. Und selbstverständlich legen wir Tätowierer alles hinein was wir haben; unser Know-How, unsere Leidenschaft, Zeit und Liebe. Aber dennoch sind wir objektiv betrachtet nicht wirklich selten oder knapp – eher wie Sand am Meer. Und genau deshalb ist mir die Philosophie und der menschliche Geist so wichtig. Wert, besonders bei einem Tattoo, entsteht durch die Gedanken und Motivationen die uns zu unserem Tattoo führen. Die Menschen die wir dabei treffen und die Freude die uns einnimmt während wir unseren Termin warten. Und sogar der Schmerz des Stechens, das offensichtliche Gegenteil von „Glücksgefühl“ wirkt wie ein Katapult und eröffnet ein, im wahrsten Sinne, unvergessliches Erlebnis. Was immer zu diesem Zeitpunkt tätowiert wird, kann mit all diesen Eindrücken, Gedanken und Gefühlen kombiniert zu etwas größeren werden. Etwas, was uns wirklich definiert und das Leben bereichert. Und genau das, definiere Ich als Wert. Das kreative Produkt was zwei sich fremde Menschen erzeugen, was es ohne genau diese Konstellation, niemals gegeben hätte. Ein einzigartiger, echter Moment. … hab ich schon erwähnt, dass es auch sehr weh tun kann? 😀

Ich lebe vegan – also esse Ich weder die toten Körper anderer Tiere, noch ernähre ich mich von ihrer Milch oder esse ihre externen Gebärmuttern (jepp, das sind Eier ;).

Mir ist natürlich bewusst, dass das einigen Menschen durchaus sauer aufstoßen mag, aber ich möchte bei dieser Formulierung bleiben.

Wir, und damit sind wir alle gemeint, haben vergessen was es heißt dem Leben, der Schöpfung, mit Demut und Liebe entgegenzutreten.

Wir setzen uns in politisch-theoretischen Streitgesprächen für geringere KFZ-Emissionen und neue Windkraftanlagen ein, ziehen aber immer mehr Geld in den Militärhaushalt und lösen jedwedes Problem mit Gewalt. Kinder sollen wieder „härter Bestraft“ werden, damit sie sich benehmen. Leistung, ohne Einschränkung, wird verlangt und der Erfolg im Wettkampf ist zur letzten, vertretbaren, moralischen Maxime geworden. Dafür wird keiner ausgelacht.

Ganz im Sinne des „Wolf of Wallstreet“ erobern wir die Welt ohne Rücksicht auf den kollateralen Schaden.

Plastik? – why not! Ein neues Kampfschiff für den mittleren Osten? – wir brauchen Money Baby! Antibiotika und Wachstumshormone für in Hochhäusern ein-gezwängte und von Krankheiten verpestete Schweine und Kälber? – Wen interessiert’s?!

Doch hey!: „Ich bin da anders. Ich kaufe beim Biobauern und wähle Grün (Gelb, Rot, Schwarz, Weiß, Blau,… ).“

Schwer zu begreifen, dass wir vom Staat verlangen, Lösungen für unsere eigenen Unzulänglichkeiten zu finden und durchzusetzen.

Nestlé kauft Trinkwasser auf? – Dann kauf kein Wasser von Nestlé!

Du magst Tiere? – Hör auf sie zu fressen!

Du willst keinen Terror? – Geh doch mal auf eine Friedensdemo.

Ich habe angefangen die Verantwortung bei mir selbst zu suchen. Meinen eigenen, inneren Kompass gesucht und jetzt richte ich mich nach dem, was er mir sagt. Und das beginnt beim Zuhören. – und damit: Danke fürs lesen bis hierhin =)

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